|
Ammoniak- und Geruchsstoffemissionen
Während und nach der Gülledüngung können in Abhängigkeit von der Witterung erhebliche Nährstoffverluste auftreten. In der Rindergülle liegt beispielsweise etwa 50 % des Gesamtstickstoffs in Ammonium-Form vor. Unter ungünstigen Witterungsbedingungen (warm/trocken) kann es zu Ammoniakemissionen in die Atmosphäre kommen. Damit gehen dem Betrieb auch Nährstoffe verloren. Untersuchungen Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein zeigen eindrucksvoll in welchem Umfang die Ammoniakimmission mit der Anwendung von bodennahen Ausbringungstechniken reduziert können: Gegenüber der praxisüblichen Breitverteilung wurde die Ammoniakausgasung auf Grünland durch Schleppschuh- bzw. 5chlitzverfahren um bis zu 50 bzw. 70 % reduziert. Untersuchungen von Benke bestätigen diese Ergebnisse, machen aber auch deutlich, dass die Unterschiede zwischen den Ausbringungsverfahren stark von der jeweiligen Witterung abhängig sind: Unter kühl/feuchten Witterungsbedingungen, wie Sie im Frühjahr vorherrschen, sind die Unterschiede zwischen den Verfahren marginal, werden aber mit steigenden Luft- und Bodentemperaturen größer.
Vergleichbare Ergebnisse werden von Blessetal. Für den Ackerbau berichtet:
Mit der Verwendung der Schleppschlauchtechnik konnte die Ammoniakausgasung während und nach der Düngung mit Schweinegülle zu Winterraps im Oktober deutlich verringert werden. Außerdem belegen diese Untersuchungen, dass im Ackerbau ein sofortiges Einarbeiten der Gülle zu guten fachlichen Praxis gehören sollte, da mit dieser leicht zu realisierenden Maßnahme unnötige Stickstoffverluste auf ein Minimum reduziert werden können.
Neben der bereits erläuterten Nährstoffproblematik ist die Geruchsbelästigung der Bevölkerung, die unweigerlich mit jeder Anwendung von Wirtschaftsdüngern verbunden ist, von entscheidender Bedeutung für das Image der Landwirtschaft. Da den bodennahen Verteiltechniken auch unter diesem Gesichtspunkt einen deutlichen Vorteil gegenüber der üblichen Breitverteilung zeigen, sollte besonders in der Nähe von Siedlungen und Tourismuszentren in Zukunft über die Verwendung dieser Verfahren nachgedacht werden.
Höherer Ertrag oder weniger Mineraldünger
Versuchsergebnisse der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein haben gezeigt, dass auf Grünland der TM-Ertrag im Mittel der Untersuchungsjahre durch die Ausbringungsverfahren beeinflusst wird. In Abhängigkeit von der Jahreswitterung wird besonders das Ertragsgeschehen der unmittelbar auf die Gülleapplikation folgenden Nutzung durch die verwendeten Techniken modifiziert. Die Unterschiede zwischen den Verfahren werden mit zunehmender Vegetationsdauer größer, so dass für die Gülledüngung in der wärmeren Jahreszeit, also zum 2. bzw. 3. Schnitt, bodennahe Ausbringungsverfahren zu empfehlen sind. Offensichtlich sind auf Grünland das Schleppschuh- und Schlitzverfahren gut geeignet.
Untersuchungen im Ackerbau (u.a. Blessetal., 2000) haben immer wieder gezeigt, dass das Schleppschlauchverfahren hier ausreichend ist, um die Ammoniak- und Geruchsstoffemissionen im Vergleich zur Breitverteilung zu minimieren. Aber auch im Ackerbau ist der Einfluss der Witterung erheblich. Deshalb ist zur Minimierung der Ausgasungen die unmittelbare Einarbeitung der Gülle (d.h. parallel!) unbedingt notwendig. Allerdings ist hinsichtlich der Ausnutzung des Güllestickstoffs im Marktfruchtbau der Ausbringungszeitpunkt der Gülle entscheidend. Nach Untersuchungen von Sieling & Schröder (2000) sollte die Gülle im Frühjahr in die wachsenden Bestände appliziert werden, um die in der Gülle enthaltende Nährstoffe möglichst effektiv nutzen zu können.
Insgesamt betrachtet können die bodennahen Gülleverteiltechniken also einen bedeutenden Beitrag für das Nährstoffmanagement der landwirtschaftlichen Betriebe leisten. Da sich die Verluste der innerbetrieblichen Nährstoffkreisläufe verringern, die Güllenähstoffe also effizienter genutzt werden, müssen weniger mineralische Düngernährstoffe in den Betrieb importiert werden. Somit tragen bodennahe Ausbringungsverfahren nicht nur zu einer Entschärfung der Nährstoffproblematik bei, sondern resultieren auch direkt in sinkenden Kosten für Düngemittel.
Beim Schleppschuhverfahren auf Grünland ist die geringe Futterverschmutzung besonders hervorzuheben. Da bei dieser Technik die Gülle auf dem Boden unterhalb des Pflanzbestandes abgelegt wird, besteht nicht die Gefahr, dass Reste der Gülle mit dem Bestand aufwachsen und so die Siliereigenschaften bzw. die Futteraufnahme verschlechtern.
Argumente für die Bodennahe Gülledüngung:
- Geringe Geruchsbelästigung angrenzender Siedlungen – dadurch verbessertes Image der Landwirtschaft
- Geringere Ammoniakemission – dadurch geringere Nährstoffverluste und somit:
- Geringe Geruchsbelästigung angrenzender Siedlungen – dadurch verbessertes Image der Landwirtschaft
- Verminderter Zukauf von mineralischen Düngemitteln notwendig
- Effizientere Nährstoffausnutzung – bei gleichem Einsatz von Nährstoffen höhere Erträge
- Innerbetriebliche Nährstoffkreisläufe geschlossen
- geringe Futterverschmutzung – dadurch höhere Silagequalität und verbesserte Futteraufnahme von Grünlandaufwüchsen
- geringere Narbenverletzung – dadurch geringere Aufwendungen zur Pflege von Grünlandnarben notwendig
- geringere Seitenwindempfindlichkeit
- i. d. Regel höhere Verteilgenauigkeit
|